Kurzinterview mit Sabine Barthauer, Vorsitzende der ZIA-Region Nord

Die Hamburgischen Bürgerschaftsfraktionen von SPD, GRÜNE und FDP sprechen sich in einem Antrag dafür aus, dass die Reform der Grundsteuer nicht zu einer Erhöhung des Gesamtaufkommens führen und keine Zusatzbelastungen für die Kosten des Wohnens verursachen dürfe. Wie bewertet der ZIA diesen Vorstoß?

Wir können diesen Antrag nur unterstützen und wiederholen, dass das vom Bundesrat eingebrachte Kostenwertmodell diesen Ansprüchen im Antrag klar entgegen läuft. Vor dem Hintergrund der notwendigen Neuregelung der Grundsteuer plädieren wir daher für ein marktunabhängiges, rein flächenorientiertes Berechnungsverfahren, bei dem als Bemessungsgrundlage ausschließlich die Grundstücks- und Gebäudeflächen herangezogen werden.

Was hätte das Kostenwertmodell für Folgen?

Bei Proberechnungen für Hamburg durch den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Peter Tschentscher wurde bereits auf die drohende Kostenexplosion und die damit verbundene soziale Unverträglichkeit hingewiesen. Den Hamburger Berechnungen zufolge steige beispielsweise bei einer im Jahr 1955 erbauten Wohnung in der Gemarkung Eimsbüttel mit einer Wohnfläche vom 44 qm die Zahllast um 1.249 Euro auf 1.375 Euro. Die jährliche Mehrbelastung pro Quadratmeter beliefe sich auf 28,22 Euro. Ein Mieter hätte mit einem Anstieg der Mietnebenkosten um 104 Euro pro Monat zu rechnen. Unter der Annahme gleichbleibender Steuermesszahlen und Hebesätze käme es laut Proberechnungen in unserem Mitgliederkreis auch zu einer durchschnittlich siebenfachen Steigerung in den Assetklassen Büroimmobilien, Handelshäuser und Hotels.