Von Alexandra Czoski, Berlin Hyp AG

Wahrscheinlich ist die Antwort auf diese Frage vielschichtig und die Motivation jedes einzelnen Unternehmens auch sehr unterschiedlich. Die Gründe hierfür reichen sicher von tiefster Überzeugung eines Unternehmers aus Verantwortung für sein Unternehmen und die Gesellschaft zu handeln, bis hin zu reinen Marketingaktivitäten. Die Berlin Hyp hat sich in den letzten Jahren intensiver mit der Frage auseinander gesetzt und 2013 ihr Nachhaltigkeitsverständnis klar und zukunftsorientiert definiert. Für uns als – innovativen gewerblichen Immobilienfinanzierer Deutschlands, der sich über den Kapitalmarkt refinanziert, gibt es eine klare Botschaft! Wer auch zukünftig im Markt erfolgreich agieren will, der muss sich den entsprechenden Herausforderungen stellen und frühzeitig die damit verbundenen Megatrends erkennen. Vier Jahre später gilt die Bank bereits Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit Renommierte Ratingagenturen bewerten die Nachhaltigkeit der Berlin Hyp mit Bestnoten und stufen sie im September 2017 in ihrer Vergleichsgruppe zum „Industry Leader“ ein. Was ist aber in den vier Jahren in der Berlin Hyp geschehen?

Zunächst wurde die Verantwortung für nachhaltiges Handeln im Unternehmen auf oberster Managementebene – dem Vorstandsvorsitzenden – angesiedelt, ein Nachhaltigkeitsbeauftragter ernannt und ein eigenes Team, das sich ausschließlich mit strategischen Nachhaltigkeitsthemen beschäftigt, im Bereich Unternehmensstrategie aufgebaut. Das gesamte Management war sich schnell einig, dass Nachhaltigkeit genau dort ansetzen muss, wo seine Wirkung in der Bank am größten ist: in den Kernprozessen, der Wertschöpfung, dem Innovationsmanagement und in der Unternehmensstrategie.

Weiterentwicklung des Kerngeschäfts: Während die Finanzierung besonders energieeffizienter Gebäude vor 2015 von der Berlin Hyp vor ein paar Jahren noch eher zufällig betrieben wurde haben wir mittlerweile ein klares, strategisches Ziel und incentivierten die Finanzierung von „Green Buildings“ sogar preislich Die Forcierung des Ankaufs oder der Entwicklung energieeffizienter und nachhaltiger Gebäude ist der Beitrag der Bank zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes; wissend, dass weltweit mehr als ein Drittel davon durch Immobilien verursacht wird. Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass den modernen Green Buildings die Zukunft gehört und sich ihr Wert besser als der Wert weniger energieeffizienter und nachhaltiger Gebäude entwickelt. Die preisliche Incentivierung stellt somit auch eine Investition in den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der Bank dar und integrierte das Kerngeschäft in die bereits entwickelte Nachhaltigkeitsstrategie der Bank. Bis zum Jahr 2020 sollen 20 Prozent des gesamten Immobilienkreditportfolios grün sein.

Emission von Green Bonds/Impact Reporting: Die Berlin Hyp refinanziert sich traditionell durch die Emission von Hypothekenpfandbriefen und ungedeckten Anleihen. Der erkennbare Trend am Kapitalmarkt zu mehr Nachhaltigkeit wird jedoch limitiert durch ein begrenztes Angebot grüner Anlagemöglichkeiten. Diese Chance entdeckte die Berlin Hyp bereits vor gut drei Jahren und nutzte ihre Erfahrung und Kenntnis am Immobilienmarkt für eine Pionierleistung. Mit der Entwicklung des ersten grünen Pfandbriefs weltweit präsentierte die Bank im April 2015 eine besonders attraktive Anlagemöglichkeit am Kapitalmarkt. Im darauffolgenden Jahr emittierte die Berlin Hyp dann ihre erste grüne ungedeckte Anleihe und war damit der erste Emittent, der Green Bonds in zwei Assetklassen begeben hat. Mit dem Emissionserlös der Green Bonds werden Green Buildings refinanziert und gleichzeitig wird ein Versprechen an den Markt abgegeben: Während der Laufzeit der Green Bonds verpflichtet sich die Bank, einen Betrag in Höhe des Emissionserlöses zusätzlich in neue Green Building Finanzierungen zu investieren. Mit Hilfe eines Impact Reportings quantifiziert und differenziert die Berlin Hyp jährlich den ökologischen Mehrwert ihres Green Bond-Programms. Sie weist damit die durch die Finanzierung der Green Buildings geförderten CO2-Einsparungen aus und hilft so die ökologische Wirkung des Investments abzubilden. Darüber hinaus wird ausführlich über das grüne Neugeschäft berichtet. Mit diesem Reporting ist die Berlin Hyp die erste deutsche Geschäftsbank, die eine Schätzung zur Quantifizierung durch ihre Green Bonds refinanzierten Darlehen erzielen CO2-Einsparungen offenlegt.

Fazit: Kurzfristig kann es Widersprüche zwischen den drei Säulen (Ökologie/Okonomie/Soziales) der Nachhaltigkeit geben, doch aus Sicht der Berlin Hyp ist und sollte eine Nachhaltigkeitsstrategie langfristig angelegt sein. Denn nur damit lösen sich langfristig diese Widersprüche auf. Ein Unternehmen muss ökonomisch positive Ergebnisse erwirtschaften, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und um Investitionen in Innovationen für die Zukunft finanzieren zu können. Nur in diesem Szenario kann ein Unternehmer aus Verantwortung für sein Unternehmen und die Gesellschaft zu handeln.