Sandra Scholz, Mitglied des Vorstands bei der Commerz Real

Für ein verantwortungsvolles Unternehmen gehört Integrität zu den Leitprinzipien der Geschäftstätigkeit. Gesetzes- und regelkonformes Verhalten ist die Grundlage für das Vertrauen, das Kunden, Anleger, Partner, die Gesellschaft und die Mitarbeiter in ein Unternehmen setzen.

Doch wie können  Werte und Prinzipien in sehr diversen Organisationen verankert und ein gemeinsames Verständnis und Akzeptanz bei allen Mitarbeitern geschaffen werden? Neben einem starken Compliance-Bereich, einem Code of Conduct und einem effektiven Compliance-Management-System gehört noch mehr dazu.

Wir in der Commerz Real haben beschlossen in den Dialog zu gehen. Ein Compliance-Bewusstsein schaffen wir nicht allein mit Vorstandsapellen, Regeln oder Pflichtschulungen. Es lässt sich nicht anordnen. Für jeden Mitarbeiter und jede Abteilung bedeutet integres und legitimes Verhalten etwas anderes. Die Personalabteilung oder das Marketing beschäftigen sich in ihrem Arbeitsalltag mit ganz anderen Themen als unsere Assetmanager. Deshalb haben wir beschlossen, Workshops in unserem Unternehmen durchzuführen. Jede Einheit hat sich dabei intensiv damit beschäftigt, mit welchen Compliance-Themen sie konfrontiert wird und wie sie in Ernstfällen entsprechend handelt: Nach Gesetzen und Regeln, aber auch nach moralischen Maßstäben und Grundsätzen.

Auch die Kommunikation unserer Compliance-Kultur wurde mit unseren Mitarbeitern gemeinsam erarbeitet. Hier wurden Kollegen zu Film-Schauspielern, Spiegelplakate mit dem Aufdruck „Compliance braucht viele Gesichter – auch Ihres“ erstellt, ein gemeinsamer Compliance-Kompass mit den Workshop-Ergebnissen entworfen, Notizblöcke mit Compliance-Checkliste verteilt und ein eigener Programmpunkt auf unserer Jahresabschlussveranstaltung konzipiert.

So ist es uns gelungen, eine wirkliches und praxisnahes Compliance-Verständnis zu schaffen, dass tief in der Organisation verankert ist und völlig selbstverständlich dazugehört – wie eine Tasse Kaffee zum Frühstück.